• Wolfgang Waldner

Wellenausbreitung (Teil 2)

Wellenausbreitung im VHF. UHF, SHF und EHF - Bereich



VHF : Very High Frequency 30 MHz - 300 MHz (Ultrakurzwellen - UKW)

UHF: Ultra High Frequency 0,3 GHz - 3 GHz

SHF: Super High Frequency 3 GHz - 30 GHz

Das Thema ist komplex und facettenreich. Die in diesem Kapitel gegebenen Erklärungen sind grob vereinfacht.


Im UKW-Bereich spricht man nur von der Direktwelle - es wird nicht mehr zwischen Boden- und Raumwelle unterschieden. Ultrakurze Wellen werden nur bei ganz selten auftretenden „Funkwetterphänomenen“ in der Ionosphäre oder Atmosphäre reflektiert. Allerdings können Signale im Ultrakurzwellenbereich und im Mikrowellenbereich von Bergen, Felswänden und sonstigen Flächen reflektiert werden. Dadurch kann die Reichweite steigen. Besonders günstig haben sich dafür die Frequenzen ab ca. 100 MHz erwiesen. In einem Wald werden hohe Frequenzen eher absorbiert als tiefe Frequenzen. Das heißt, dass Signale im Kurzwellenbereich einen Wald eher durchdringen als Handy-Signale. Gleiches trifft auf die Reflexion von Funkwellen zu: Während Felswände Signale spiegeln können, tendieren Wälder dazu Signale zu absorbieren. Eine Antenne für Kurzwellen kann zwischen Bäumen hängen.

PMR-Funkgeräte, die auf einer relativ hohen Frequenz arbeiten, sollten im Wald von Anhöhen aus benutzt werden. Ist im VHF- oder UHF-Bereich eine abgesetzte Antenne vorgesehen, um eine größere Reichweite zu erzielen, so sollte diese möglichst hoch montiert werden – z.B. Beispiel auf einem Baumwipfel.


Es macht auch einen Unterschied ob die Empfangs- oder Sendeantenne „liegt“ oder „steht“. Im ersteren Fall spricht man von horizontaler Polarisation, im zweiten Fall von vertikaler Polarisation. Vertikale Polarisation wird eher reflektiert, was oft mit schlechterer Empfangsqualität einhergeht, da die Überlagerung aus direkter und reflektierter Welle zu Signalverzerrungen führen kann. Wird das Signal zwischen dem Sender und dem Empfänger an einem Objekt (Berge, Felswände, Gebäude,…) reflektiert kann es auch zu „Verdrehungen“ in der Polarisationsebene kommen. Grundsätzlich gilt, dass die Antennenpolarisation mit der der eingehenden Welle übereinstimmen sollte, um Signalverluste zu vermeiden. Auch für den Fall, dass Sender und Empfänger in Sicht sind, müssen beide dieselbe Polarisation aufweisen.


Lockerer Schnee schirmt Radiowellen in geringem Maße ab. In Iglus und Schneehöhlen kann das Handy und Funkgeräte benutzt werden, auch die UKW und DAB+ Radioprogramme können empfangen werden.


Noch etwas ändert sich mit zunehmender Frequenz: Nämlich die Freiraumdämpfung. Je höher die Frequenz umso geringer die Reichweite bei ansonsten gleichen Voraussetzungen.


https://technikmuseum.berlin/ausstellungen/dauerausstellungen/nachrichtentechnik/

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